Selbstbehalt in der Hausratversicherung: Vor- und Nachteile im Überblick

5 Min. Lesezeit
Gemütliches Paar auf hellem modernen Sofa im Wohnzimmer

Selbstbehalt ja oder nein? Wir erklären, was ein Selbstbehalt in der Hausratversicherung bedeutet, wann er sich lohnt und wie man den Break-Even berechnet.

Das Wichtigste in Kürze
  • Hausratversicherung und Selbstbehalt: Was steckt dahinter?
  • Was ist ein Selbstbehalt?
  • Welche Selbstbehalt-Varianten gibt es?
  • Wann lohnt sich ein Selbstbehalt?
  • Jetzt Tarife kostenlos vergleichen →
Redaktionell geprüft · hausratversicherung.one · 2026

Hausratversicherung und Selbstbehalt: Was steckt dahinter?

Bei Hausratversicherungen taucht regelmäßig der Begriff "Selbstbehalt?" auf — doch was bedeutet er konkret, und wann lohnt es sich, einen Selbstbehalt zu wählen oder darauf zu verzichten?

Was ist ein Selbstbehalt?

Der Selbstbehalt (auch "Franchise" oder "Eigenbeteiligung" genannt) ist der Betrag, den Sie im Schadensfall? selbst tragen. Die Versicherung zahlt erst den Schaden abzüglich dieses Betrags.

Beispiel: 500 Euro Selbstbehalt, Schaden 3.000 Euro → Sie erhalten 2.500 Euro.

Welche Selbstbehalt-Varianten gibt es?

  • 0 Euro Selbstbehalt (volle Erstattung): Sie zahlen mehr Prämie?, aber der Versicherer übernimmt den gesamten Schaden
  • 150 Euro Selbstbehalt: Kleine Schäden zahlen Sie selbst, Prämie ist günstiger
  • 250–500 Euro Selbstbehalt: Deutliche Prämienersparnis, kleine bis mittlere Schäden tragen Sie selbst
  • Prozentualer Selbstbehalt: z.B. 10 % vom Schaden, oft mit Mindest- und Maximalbetrag

Wann lohnt sich ein Selbstbehalt?

Ein Selbstbehalt lohnt sich, wenn:

  • Sie eine hohe Versicherungssumme haben und vor allem gegen Großschäden versichern möchten
  • Sie finanziell in der Lage sind, Kleinschäden selbst zu tragen
  • Sie die Prämienersparnis anlegen oder anderweitig nutzen möchten
  • Sie selten Schäden melden (Schadenfreiheitsrabatt erhalten)

Wann lohnt sich 0 Euro Selbstbehalt?

  • Wenn Sie in einer Region mit hohem Einbruchrisiko wohnen
  • Wenn Sie viele wertvolle Gegenstände haben
  • Wenn Sie sich kleine Schäden nicht aus eigener Tasche leisten können
  • Wenn Sie psychologische Sicherheit bevorzugen ("ich bin für alles abgesichert")

Rechenbeispiel: Lohnt sich der Selbstbehalt?

Tarif? ohne Selbstbehalt: 120 Euro/Jahr
Tarif mit 250 Euro Selbstbehalt: 85 Euro/Jahr
Jährliche Ersparnis: 35 Euro
Break-Even: Nach ca. 7 Jahren ohne Schadensmeldung haben Sie die Kosten für einen 250-Euro-Schaden durch die Prämienersparnis kompensiert.

Faustregel: Wenn Sie in den letzten 5 Jahren keinen Schaden hatten, lohnt sich ein moderater Selbstbehalt oft.

Checkliste: Selbstbehalt richtig wählen

  • ☐ Wie häufig hatten Sie in der Vergangenheit Schäden?
  • ☐ Können Sie Schäden bis 300 Euro selbst tragen?
  • ☐ Wie hoch ist die Prämienersparnis bei verschiedenen Selbstbehalt-Optionen?
  • ☐ Break-Even-Punkt berechnen
  • ☐ Überlegung: Lieber 0 € SB für mentale Ruhe?

Selbstbehalt-Schaden: Was bekomme ich konkret erstattet?

Einbruch in eine 75-qm-Wohnung in Köln. Gestohlen: Laptop (1.200 €), Tablet (500 €), Bargeld? (300 €), Schmuck (800 €). Tür aufgebrochen: Reparaturkosten 600 €. Gesamtschaden: 3.400 €.

Hausratversicherung erstattet (Beispiel, Police 45.000 €, kein Selbstbehalt):

PositionErstattetHinweis
Laptop / Tablet1.700 €Neuwertersatz, falls Neuwerttarif
Bargeldbis 300 € (limit)Bargeld oft auf 300–500 € begrenzt
Schmuckbis 20 % der VS (9.000 €)Wenn Schmuck Einzelwert unter 1.000 €
Türreparatur600 €Schlosserrechnung einreichen
Fazit: Eine gute Hausratversicherung ist günstig, flexibel und zahlt im Ernstfall verlässlich. Der Vergleich kostet Zeit, spart aber erheblich. Wer einmal richtig vergleicht, muss das nur alle 3 Jahre wiederholen.

Deckungssumme bei Selbstbehalt: Formel und Praxis

Die wichtigste Frage bei der Hausratversicherung ist die richtige Versicherungssumme?. Zu wenig versichert — und Sie erhalten im Schadensfall nur anteilige Erstattung (Unterversicherung). Zu viel versichert — und Sie zahlen unnötig hohe Prämien. Die bewährte Faustformel: 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche?. Für eine 80-qm-Wohnung wären das 52.000 Euro. Wer überdurchschnittlich viel Elektronik, E-Bikes oder Sammlungen besitzt, sollte diesen Wert nach oben korrigieren.

Selbstbehalt: Diese Versicherungsbausteine zählen wirklich

Nicht jeder Zusatzbaustein ist für jeden Haushalt sinnvoll. Elementarschutz (Überschwemmung?, Erdbeben?) ist für alle Haushalte mit Keller? oder Gewässernähe unverzichtbar — bundesweit sollte er eingeschlossen sein. Fahrradklausel?: Pflicht für E-Bike?-Besitzer. Glasbruchversicherung: Sinnvoll bei großen Terrassenscheiben oder Ceranfeld. Außenversicherung: Wichtig für Diebstahl? auf Reisen. Cyberschutz: Neu und für technikaffine Haushalte relevant. Alles andere sind "nice-to-have" — prüfen Sie den Mehrwert konkret.

Selbstbehalt: Wann und wie kündigen, wann wechseln?

Die Kündigung? einer Hausratversicherung ist einfacher als viele denken. Standardmäßig gilt eine Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Ablauf der Vertragslaufzeit. Bei Beitragserhöhung oder Schadenfall hat man ein Sonderkündigungsrecht (meist 1 Monat nach Bekanntmachung). Den neuen Vertrag immer erst abschließen, dann den alten kündigen — so entsteht keine Deckungslücke. Viele neue Anbieter übernehmen die Kündigung des alten Vertrags kostenlos.

Das fragen Leser zu Selbstbehalt in der Hausratver

Wie berechne ich die richtige Versicherungssumme?

Die Standardformel: Wohnfläche in qm × 650 € = Versicherungssumme. Diese Faustregel deckt einen durchschnittlich eingerichteten Haushalt ab. Wer hochwertige Möbel, teure Elektronik oder Sammlerstücke hat, sollte die Summe höher ansetzen – und Einzelobjekte über 1.000 € explizit im Vertrag nennen.

Muss ich jeden Schaden melden, auch kleine?

Nicht unbedingt. Sehr kleine Schäden unter dem Selbstbehalt lohnen sich nicht zu melden. Außerdem: Zu viele Schäden in kurzer Zeit können zu Prämienerhöhungen führen oder im Extremfall zur Kündigung durch den Versicherer. Daher: Kleinschäden selbst tragen, nur relevante Schäden melden.

Was ist der Unterschied zwischen Hausrat?- und Gebäudeversicherung?

Hausratversicherung: Schützt dein persönliches Eigentum (alles, was du beim Umzug? mitnehmen würdest). Wohngebäudeversicherung: Schützt das Gebäude selbst (Wände, Dach, fest eingebaute Heizung). Als Mieter? brauchst du nur die Hausratversicherung – die Gebäudeversicherung ist Sache des Vermieters.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sollte die Versicherungssumme meiner Hausratversicherung sein?

Als Faustregel gilt: 650 bis 700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei hochwertiger Einrichtung, teuren Elektrogeräten oder Sammlungen sollten Sie die Summe entsprechend erhöhen. Eine Inventarliste? hilft dabei, den tatsächlichen Wert exakt zu ermitteln.

Was ist der Unterschied zwischen Neuwert? und Zeitwert??

Der Neuwert entspricht dem aktuellen Kaufpreis eines gleichwertigen neuen Gegenstands. Der Zeitwert berücksichtigt Alter und Abnutzung. Im Schadensfall bedeutet ein Zeitwerttarif deutlich geringere Entschädigungen – besonders bei älteren Geräten. Wählen Sie immer einen Neuwerttarif.

Wann greift die grobe Fahrlässigkeit?

Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn Sie die im Verkehr übliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt haben – etwa wenn Sie vergessen haben, ein Fenster zu schließen, bevor Sie in den Urlaub fahren. Viele Premium-Tarife schließen grobe Fahrlässigkeit? ein und verzichten auf die Kürzung der Entschädigung?.

Wie kann ich bei der Hausratversicherung sparen?

Am meisten sparen Sie durch: regelmäßigen Tarifvergleich (alle 2 Jahre), Jahreszahlung statt monatlich (ca. 5 Prozent Rabatt), höheren Selbstbehalt, Sicherheitsmaßnahmen wie VdS-Schlösser oder Alarmanlage. Auch der Wechsel zu einem Direktversicherer kann die Prämie erheblich senken.

Gilt die Hausratversicherung auch für Gegenstände außerhalb der Wohnung?

Ja – über die sogenannte Außenversicherung?. Diese schützt Ihren Hausrat auch unterwegs, z. B. im Hotel, Auto oder am Urlaubsort. Typischerweise ist die Außenversicherung auf 10 bis 20 Prozent der Versicherungssumme begrenzt. Für Fahrräder ist meist ein separater Einschluss nötig.

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Stand: 13. August 2023 5 Min. Lesezeit
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